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Neubau einer Kindertagesstätte,

Wettenberg Wißmar


Der vorgeschlagene Neubau thematisiert die Topographie des Planungsgebiets und deren Vereinbarung mit einer barrierefreien Erschließung des Gebäudes. In der Auseinandersetzung mit den Höhenverläufen hat sich gezeigt, dass eine Verbindung über die kürzere der beiden Diagonalen eine barrierefreie Durchwegung des Grundstücks möglich macht. Ausgehend von dieser Beobachtung entwickelt sich das Gebäude vom Haupteingang am höchsten Punkt des Hainerwegs bis hin zum Nebeneingang am tiefsten Punkt der Breslauer / Stettiner Straße. Hier öffnet es sich auf das gegenüberliegende Hochzeitswäldchen und die freie Landschaft, die zu Erkundungstouren einlädt. Zwei jeweils straßenbegleitende Flügel vervollständigen den Baukörper, fassen den Straßenraum und lassen im Inneren zwei geschützte Freiflächen entstehen.
Die aus diesen Überlegungen entstandene Grundrissfigur ermöglicht eine barrierefreie Organisation des gesamten Raumprogramms und thematisiert darüber hinaus den Umgang mit der Topographie.



So wie sich der Baukörper mit dem Baugrund in Form einer geneigten Ebene schneidet, entsteht auch der obere Abschluss als Schnitt der Grundrissfigur mit einer zweiten, diesmal virtuellen Ebene. Bestimmt wird diese Ebene aus dem annähernd identischen Gefälle der beiden angrenzenden Straßen und den horizontalen Traufen der benachbarten Häuser. Der nicht parallele Verlauf der oberen Schnittebene erzeugt einen Baukörper mit spannungsreicher, im Bereich der Durchwegung sogar gegenläufiger Höhenentwicklung. So entsteht ein perspektivisch überhöhter Raum, der die Wahrnehmung von Entfernungen und Höhenunterschieden intensiviert. Dort aber, wo sich das Gebäude den benachbarten Häusern nähert, nimmt es sich zurück und übernimmt deren Traufhöhen und Ausrichtungen.
Der zentrale Bereich des Gebäudes entwickelt sich aus einer dem Geländeverlauf folgenden Staffelung der vier Gruppenräume. Die Verschiebung der Gruppenräume eröffnet ein ganzes Spektrum an Möglichkeiten, ebenso spannende wie nützliche Raumübergänge herzustellen.



So besetzen die Garderoben die Bereiche vor den einzelnen Gruppen und nehmen die Durchwegung in Besitz - eine Sequenz von nutzungsspezifischen Räumen anstelle einer reinen Erschließungsfläche. Auf der Ostseite entsteht in analoger Form eine Reihe von Loggien, die sich auf die Freifläche öffnen. Über großzügige Schmutzschleusen sind sie mit den jeweiligen Gruppenräumen verbunden. Auch hier macht sich die perspektivische Überhöhung des mittleren Gebäudeteils bemerkbar. Jede Gruppe und jede Loggia erhält unterschiedliche Proportionen - identitätsstiftendes Moment einerseits, Sinnbild des Heranwachsens andererseits.