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Erweiterung und Sanierung der Holzhausenschule,

Frankfurt a.M.


Ausgehend von dem abstrakten Bild eines den Schulhof umschließenden Rings, der in rein funktionaler und erschließungstechnischer Hinsicht als Idealform für eine Erweiterung der bestehenden Anlage gelten könnte, werden städtebauliche und denkmalpflegerische Belange durch eine Reihe von morphologischen und typologischen Manipulationen in den Entwurfsprozess einbezogen.
Ein respektvoller Umgang mit Elsässers Gebäude soll hierbei nicht bloßes Abstandhalten, sondern vielmehr ein Aufgreifen und Weiterführen der im Gebäude angelegten Prinzipien und der am Ort spürbaren Qualitäten sein. Verzahnung mit dem Bestand, Verankerung am Ort - mit diesen Worten könnte man das Thema unseres Beitrags beschreiben.
So materialisiert sich der Erweiterungsbau in der Verlängerung des bestehenden Musiksaals und übernimmt als viergeschossiges Volumen die Traufkante des Hauptbaus. Mit einer zweigeschossigen Auskragung wird der Raum über dem Musiksaal genutzt und die dritte Seite des Hofs räumlich geschlossen.



Die Absenkung der Turnhalle unter den Schulhof lässt den Kastanienhain als vierte Seite und wichtigen Bezugspunkt der gesamten Anlage unangetastet und bietet gleichzeitig die Möglichkeit eines unterirdischen Anschlusses an den Bestand.
Elsässers Konzept der Erschließung über den Schulhof wird selbstverständlich auch auf den Erweiterungsbau angewandt. Die Fuge zwischen Bestand und Neubau erscheint hierfür prädestiniert. Sie wird zusätzlich aufgeweitet, um einen entsprechenden Vorbereich und eine klare Adresse zu erzeugen.
Die seitlichen Treppen des Eingangs an der Bremer Straße und die Rampe im Innenhof werden als externe Zugänge zur Sporthalle genutzt.
Anlieferung, Feuerwehrzufahrt und Pkw-Erschließung erfolgen wie im Bestand über die Lübecker Straße auf der Nordseite. Hier wird auch der barrierefreie Zugang in den Bestandsbau ausgebildet und durch den Einbau eines Fahrstuhls im nördlichen Kopfbau komplettiert. Elsässers Treppenanlagen bleiben unangetastet.



Die innere Erschließung des Erweiterungsbaus erfolgt ebenfalls barrierefrei mit einem zentralen und kompakten Erschließungskern aus Fahrstuhl, Fluchttreppe und notwendiger Haupttreppe. Im Bereich der Auskragung und im obersten Geschoss ist Elsässers Einbund noch gegenwärtig, der Rest des Gebäudes wird der höheren Dichte wegen zweibündig gehalten. Die Klassenräume werden gleichmäßig auf Bestand und Neubau verteilt - jeweils zwei Jahrgänge belegen die oberen Geschosse der beiden Gebäude. So findet die in der Volumetrie thematisierte Ausgewogenheit auch auf programmatischer Ebene ihre Entsprechung.
Das Erdgeschoss der Erweiterung ist dem Speisesaal als neues Zentrum der Schule vorbehalten. Er öffnet sich auf seiner kompletten Breite zum Hof und gibt den Blick auf Elsässers Gebäude frei.