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Neubau Haus des Buches,

Frankfurt a.M.


Traditionsbewusstsein und Fortschrittlichkeit - dieses Begriffspaar beschreibt zwei Eigenschaften, die in ihrer gleichberechtigten und gleichzeitigen Präsenz einen wichtigen Aspekt im Selbstverständnis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels darstellen.
Die Aufgabe, dieser kulturell und wirtschaftlich bedeutenden Institution ein neues Gesicht und ihren Mitarbeitern ein neues Zuhause im historischen Zentrum der Stadt zu geben, bewegt sich daher nicht nur in städtebaulich-architektonischer Hinsicht, sondern auch programmatisch im Spannungsfeld von Kontinuität und Innovation.
Die Lage des Wettbewerbsgrundstücks zwischen Braubachstraße und Berliner Straße ist geprägt durch das direkte, aber mehr oder weniger unvermittelte Zusammentreffen zweier städtebaulicher Leitvorstellungen, die sich mit dem erwähnten Begriffspaar recht treffend beschreiben lassen.




In Übereinstimmung mit dem Anspruch des Börsenvereins zielt unser Vorschlag auf eine städtebauliche und architektonische Synthese, die dem Leitbild einer simultanen Präsenz von Kontinuität und Innovation räumlichen und baulichen Ausdruck verleiht. Die bestehende Bebauung des Entwurfsgebiets zeichnet sich neben der hohen Qualität der einzelnen Gebäude vor allem durch Ihre Heterogenität aus. Jedes der drei Gebäude bildet eine für sich intakte Einheit, die über die jeweilige Hauptfassade mit dem Straßenraum korrespondiert und im kollektiven Bewusstsein der Stadt fest verankert ist.
Mit Ausnahme des Gebäudes von Otto Apel ist die architektonische Durchbildung im rückwärtigen Bereich jedoch von deutlich geringerer Qualität und lässt durch fehlende Bezugnahme auf das unmittelbare Gegenüber im Bereich der Neugasse einen städtischen Restraum entstehen.




Es liegt daher nahe, daß eine bauliche Intervention im Sinne eines Neubaus sich in diesem Bereich konzentriert.
Wir schlagen vor, der objekthaften, konvexen Präsenz des Gebäudes an der Berliner Straße eine texturelle, raumbildende, konkave Figur gegenüberzustellen, um so einen durch den Dialog dieser beiden Typologien geprägten städtischen Freiraum zu schaffen. Es ist dieser Freiraum, der die Interaktion der verschiedenen Bauteile klären und dem Gebäudeensemble des Börsenvereins eine neue Mitte geben soll.